Archiv der Kategorie 'Was macht eigentlich...'

Interlude: Was macht eigentlich…?

Ferris MC sez: An deiner Nadel hängt der härteste Shit. DJ Stylewarz plus Ferris MC ist der neue Hit.“ („Tanz mit mir“, Asimetrie, 1999, Yo Mama’s)

Johanna sez:

Während sich manch  einer seiner Kollegen der ersten Stunden zwischenzeitlich im Dschungel zum Affen machte, blieb DJ Stylewarz stets brav hinter den Plattentellern.


Stylewarz, der mit No Remorze eine der ersten deutschen Hip-Hop-Crews mitbegründete und u. a. mit Such a Surge, Ferris MC, Eißfeldt, Torch und D-Flame arbeitete, bringt jetzt seit über 20 Jahren unaufhaltsam landauf landab die Köpfe zum Nicken, die Füße zum Springen und die Booties zum Wackeln.


Wer Gelegenheit hat, sollte sich Stylewarz, der zur Zeit mit DJ Haitianstar unterwegs ist, live nicht entgehen lassen, z. B. HEUTE in München oder am 28.02. auch endlich mal wieder in Berlin, wo ich definitiv auch wieder an Bord sein werde. (weitere Daten: Stylewarz bei myspace).

Zwischenzeitlich könnt ihr euch hier das Stylewarz Mixtape „N. Y. Finest“ aus dem Jahre 1999 runterladen. Es lohnt sich oder um es (mal wieder) mit it’s rap.de zu sagen: Dope.


Was macht eigentlich… DJ Tomekk? Luniz ? Ferris MC?

Interlude: Was macht eigentlich…?

DJ Tomek sez: „One, two, three from New York to Germany, do you wanna come party with me?“ („1 2 3 Rhymes Galore“, DJ Tomekk feat. MC Rene, Afrob, Falvor Flav, Grandmaster Flash, Jazzy Jeff) 1999, Media TV-O/Sony BMG)

Johanna sez:

DJ Tomekk war für mich schon immer jemand, den niemand leiden konnte, was vielleicht aber auch nur daran liegt, dass ich DJ Tomekk nie leiden konnte. 1999 landete er mit 1, 2, 3 Rhymes Galore seinen seitdem nie überbotenen Hit.

Seitdem nervte er sich durch die Hip Hop Landschaft, indem er nicht nur 2001 gemeinsam mit Lil’ Kim und Trooper da Don den Biggie-Hit Hypnotize zu Kimnotyze umdichtete, sondern sich in Kooperation mit Fler und G-Hot 2005 auch noch am Kriss Kross Klassiker Jump vergriff.

Anfang diesen Jahres zog der kahlköpfige DJ dann ins Dschungelcamp ein, wurde aber schnell wieder unehrenhaft entlassen, nachdem ein Video öffentlich wurde, dass Tomekk beim Maschieren samt Hitlergruß mit Deutschlandlied auf den Lippen zeigte.

Seitdem hörte man nichts mehr von ihm, doch wie ich kürzlich im Radio erfuhr, scheint sein glorreiches Comeback nicht mehr fern. Am 11.10. geht es für den DJ one, two, three nach Berlin- Spandau. Denn dort legt er ab 16 Uhr in der Kart-World Berlin auf. „Do you wanna come party with me?“ Äh, eher nicht.

Nachlesen: Was macht eigentlich… Ferris MC? Luniz?

Interlude: Was macht eigentlich…?

Luniz sez: „Give me 5 and I shall proceed and continue“ („I got 5 on it“, Operation Stackola, 1995, Noo Trybe/Virgin)

Johanna sez:

Offenbar hatte niemand 5 Dollar für The Luniz übrig, denn nach ihrem einzigen Hit von 1995 verschwanden Yukmouth und Numskull weitestgehend von der Bildfläche.

Nachdem ich das Lied aber kürzlich auf dem Winkelschen Radiosender hörte, machte ich mich daran etwas nachzuforschen, was die beiden in den letzten 13 Jahren so getrieben haben.

Als Luniz veröffentlichten sie tatsächlich seit 1995 einige weitere Alben: 1997 „Lunitik Muzik“, 2002 „Silver & Black“. Obwohl die Alben beide nicht sonderlich erflogreich waren, folgte 2005 mit „We are the Luniz“ ein Greatest-Hits-Album. 2007 veröffentlichten sie das wenig kreativ betitelte Werk „I still got 5 on it“, das aber ebenfalls vollkommen unterging.

Zudem versuchen sich beide an mehr oder doch eher minder erfolgreichen Solokarrieren. Yukmouth betreibt seit Jahren sein eigenes Label „Smoke-a-lot-Records“, auf dem er eine Reihe von Samplern („United Ghettos of America“) und Anfang diesen Jahres ein Mixtape („City of Dope“), sowie das Album „Million Dollar Mouthpiece“ heraus brachte.

Numskull veröffentlichte 2007 „Numworld“, das ziemlich unbeachtet in der Versenkung verschwand. Um wieder Geld in die Kassen zu spülen, scheut er sich nicht, die Suppe auch zum 5. Mal noch aufzuwärmen und veröffentlicht über iTunes „Luniz -The lost tapes“. Derzeit ist Numskull wegen mehrfacher Vergewaltigung und Körperverletzung angeklagt.

Manche Dinge hätte man lieber einfach nicht gewusst…

Interlude: Was macht eigentlich…?

Ferris MC sez: „Ich verkörper die goldenen Jahre für immer und ewig mehr als modern, geheim, trendy und Image. Mein Lebenswerk is vollbracht es gibt kein Neuanfang. Ich leg die Krone nieder, der Kaiser von Deutschland.“ („Düstere Legende“, Düstere Legenden, 2006, EMI)

Johanna sez:

Als im Eimsbush Basement noch die grüne Brille aufgesetzt wurde, hatte Sascha Reimann a. k. a. Ferris MC in Bezug auf Drogen schon einiges mehr hinter sich. Dementsprechend war er immer der fertichste Rapper dieses Landes. 1999 legte er in Kooperation mit Afrob mit „Reimemonster“ einen Meilenstein des deutschen Hip Hops.

2006 verabschiedete sich der Punk des Rap mit seinem Best-of-Album „Düstere Legenden“ aus dem Hip Hop.

Seitdem hörte man wenig von Ferris. Doch untätig war er keinesfalls. Mit Marc Deal tourt er unter dem Namen „Maniax“ durch die Clubs und legt dort Elektro auf. 2007 spielte er in dem Film „Der unbekannte Hund“ eine Hauptrolle. Dieses Jahr war er mit Deichkind auf Festivals unterwegs und gerüchteweise soll er dort nun dauerhaft Buddy Inflagranti ersetzen, der ausgestiegen ist. Für den Hip Hop bleibt Ferris allerdings weiterhin gestorben.


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