Archiv der Kategorie 'Musikbusiness'

Drill instructorin

Johanna sez:

Ich verfolge ja schon seit längerem folgende Theorie: Hätte niemand das Musikvideo als Marketing-Medium erfunden, wäre uns eine ganz Reihe schlechter Musik erspart geblieben. Die Pussycat Dolls würden noch strippen, Shakira wäre noch brünett und bekleidet und Alex Christensen hätte sich 1991 zur Ruhe gesetzt.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Musikvideos in denen Frauen nicht nur schmückendes Sexobjekt sind, um Plattenverkäufe anzukurbeln. Musikvideos mit hohem künstlerischem Anspruch, wie dieses Exemplar, dass mir letztens beim Sport im Vorabendprogramm auffiel. Pädagogisch wertvoll, denn hier lernt Frau gleich das richtige Heimwerken. Selbst ist die Frau – so sieht Emanzipation aus!

Smooth ins Wochenende mit Mayer Hawthorne

Johanna sez:

Zwar hoffe den Namen niemals live im Gespräch einbringen zu müssen (habe schon immer mit Asher Roth Probleme), doch die Musik kann ich euch für das anstehende Wochenende dennoch sehr ans Herz legen. Nachdem ich mich bei itsrap.de spontan in das entspannte „Maybe so, maybe no“ verliebt hatte, musste ich doch gleich mal nachlesen, was es mit dem mir bislang unbekannten Mayer auf sich hat.

Dem Sound nach klingen Hawthornes Werke als könnten sie problemlos auf meiner Motown The No. 1’s Compilation Platz finden. Umso schwerer fällt es einem zunächst zu glauben, dass diese tatsächlich von einem weißen 29jährigen aus einer Kleinstadt bei Detroit stammen. So ging es wohl auch Stone Throw Label Chef Peanut Butter Wolf als der Mayer das erste Mal hört und daraufhin umgehend unter Vertrag nahm.

Am 6. Oktober kommt das Debütalbum „A strange arrangement“ in die Läden und bis dahin vertreiben wir uns einfach die Zeit beim Reinhören über myspace oder mit dem Download des Tracks „Your easy lovin’ ain’t pleasin’ nothin’“. Denn um es mit Mark Ronson zu sagen „I have no idea what this is, old or new, but it’s fucking good!„.

Plattenkritk: Dennis Lisk – Suchen & Finden

Dennis Lisk sez: „Es fühlt sich richtig an. Es wird Zeit.“ („Blick nach vorn, Schau zurück“, Suchen & Finden, 2009, Four Music/Sony BMG)

dennis lisk

Johanna sez:

Für sein neues Album hat Denyo deutlich mehr abgelegt, als nur seinen Namen. Denn Dennis Lisk ist kein Rapper. Sänger will er sein, das macht schon die Single „Lass los“ deutlich. Leicht könnte man ihm jetzt einfach unterstellen, er wolle auf den Singer-Songwriter-Zug Cluesos aufspringen. Der Sound weist bestechende Ähnlichkeiten auf, beide sind bei Four Music unter Vertrag. Natürlich könnte man auch mutmaßen, Dennis wolle nach dem mäßigen Erfolg seiner beiden Vorgänger-Soloalben auch endlich mal die Kasse klingeln lassen sowie Beginner-Kollege Jan Delay.

Doch wer „Suchen & Finden“ hört, weiß, dass das Dennis Lisk auf diesem Album einfach er selbst ist, vielleicht sogar viel mehr als zuletzt auf „The Denyos“. Ehrlich, authentisch und kein bißchen aufgesetzt überzeugt „Suchen & Finden“ davon, dass Denyo vielleicht mehr geändert hat als nur seinen Namen.

Die Texte hat Dennis allein geschrieben. Bei der Musik hat er sich helfen lassen, was sich eindeutig gelohnt hat, denn „Suchen & Finden“ besticht in erster Linie durch perfektes Arrangement, dass über leicht reggae-lastige, funky Rhytmen bis  zum klassischen Junge-mit-Gitarre-Sound alles bietet. Für die erstklassige Produktion hatte man sich schließlich auch Moses Schneider an Bord geholt (Beatsteaks, Tocotronic). Da überhört man auch die ein oder andere allzu kitischige Zeile („deine Tränen schmecken süß wie Pistazien“) mit einem kurzen gequälten Schulterzucken.

„Suchen & Finden“ ist nichts für den fanatischen Hip Hopper, aber für alle die trotz der Liebe zum Rap mal über ihren Horizont hinaus schauen wollen und ein Album suchen, zu dem man wunderbar an Sommerabend entspannen oder auch hervorragend unterwegs sein kann. Ich wünsche Denyo als Dennis Lisk auf jeden Fall viel Erfolg, nicht nur weil ich es ihm von Herzen gönne, nicht nur weil er Mut bewiesen hat, sondern vor allem, weil er es verdient hat.

Interview, Reinhören, Kaufen

Plattenkritik: Asher Roth – Asleep in the bread aisle

Asher Roth sez: „Take me as I em my friend.“ („As I Em“, Asleep in the bread aisle, 2009, Universal)

asher_cover

Johanna sez:

Einmal den iTunes-Store für ein ganzes Album genutzt und schon bereue ich es, dass ich zu faul war den Platten-Dealer aufzusuchen, denn Asher Roths „Asleep in the bread aisle“ will ich mir bereits nach dem ersten Track wirklich gerne ins Plattenregal stellen.

asherDas Album wurde besonders in den USA dank kostenintensiver Unterstützung von Universal als das „next big thing“ gehypt (Fake-Spot mit Ben Stiller, Leonardo di Caprio, Tom Cruise, Scarlett Johannson, Julia Roberts uvm. ansehen!). Natürlich fällt es bei derart „hochkarätiger Lobhudelei“ schwer den überzogenen Erwartungen zu entsprechen. Doch zum Glück hält sich Asher damit gar nicht großartig auf, ist einfach er selbst und das überzeugt!

„Asleep in the bread aisle“, das über weite Strecken von Producer Newcomer Oren Yoel entwickelt wurde,  ist sicher kein Album, dass mit fein ausgetüfftelten Beats oder verkopftem Sound aufwarten kann. Die Tracks als wirklich abwechslungsreich zu bezeichnen, wäre mit Sicherheit auch gelogen. Und trotzdem überzeugt das Gesamtkonzept vom ersten Song an und mit jeder gehörten Minute immer mehr. Denn die simple, intrumentale und gitarrenlastige Komposition lässt Roth viel Spielraum für seine Texte und genau durch die glänzt „Asleep in the bread aisle“.

lark-on-my-go-kartAsher ist kein Gangsta und kein Straßenjunge, er ist ein Mittelklasse-Collegeboy, der Geschichten aus seinem Leben erzählt. Dass es dabei gelegentlich einfach ums Party machen und kiffen geht, verzeiht man Roth gerne dank seinem Wortwitz und seiner amüsanten Selbstironie (Cartoon zu Lark in my go-kart ansehen!). Hier liegt auch genau der grundlegende Unterschied zu Rap-Kollegen Eminem, mit dem Asher zu Unrecht häufig verglichen wurde. Denn während Mr. Mathers auch nach Jahren wieder mit dem alten pseudo-witzigem Getue, um die Ecke gebogen kommt, ist Roth einfach überzeugend er selbst.

Natürlich hat man bei Universal auch im Hinblick auf die Kooperationspartner nichts dem Zufall überlassen und so wurde „Asleep in the bread aisle“ u. a. durch Gastauftritte von Cee-Lo („Be by myself“), Keri Hilson („She don’t want a man“), Busta Rhymes („Lion’s roar“) veredelt.

Doch abgesehen von diesem ganzen Trubel um den nächsten großen weißen Stern, am Rap-Himmel, ist „Asleep in the bread aisle“ einfach ein gelungenes, unterhaltsames, authentisches Album, dessen Kauf sich in jedem Fall lohnt.

Kaufen beim amazon, Reinhören bei myspace, Asher Roth zu Hause besuchen

Introducing: Laura Izibor

Dendemann sez: „Mit mir ist der Soul da.“ („Soul da, wohl wahr!“, Abersowasvonlive, 2008, Yo Mama/Sony BMG)

Johanna sez:

Ja, ich weiß, ich habe rücksichtlos auf den Sommer-Song-Mädchen herum gehackt. Okay, ich habe das Verständnis für R’n B verloren. Gut, auch ich habe mich gefragt, brauchen wir noch so eine in bronze gegossene klimpernde Klavier-Else mit Karamel-Stimme?

Doch manchmal braucht die kleine Lady in mir einfach eine Runde Soul für Herz, Seele und das Mädchen-Sein, manchmal brauche ich ein wenig Musik, wie die von Laura Izibor, 20 jährige (FUCK!) Singer/Songerwriterin aus Irland.

laura izibor

Laura ist jetzt schon „Rolling Stone Artist to watch“ und „Vibe next Artist“ und dabei kommt das Album „Let the truth be told“ erst Mitte Juni. Nun braucht es  nicht unbedingt einen Hellseher, um erahnen zu können, dass sich dieses wie geschnitten Brot verkaufen wird. Laura Izibors Musik ist nicht innovativ, anders oder überraschend, aber manchmal braucht man eben genau das. Oder um es mit Laura zu sagen: „The foundation begins with Soul“.

Die aktuelle Single „Shine“ (klingt nach Sommer pur), gibt es bereits bei iTunes, ansonsten hier oder bei myspace reinhören!

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  • So Kinder, ich muss aufs Soffa und nen richtig schön dummen Film gucken. Mehr mach mein Hirn einfach nicht mehr heute... 5 days ago
  • Da ist man einmal weg und schon mach twitter komische neue Sachen. 5 days ago

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