Archiv der Kategorie 'Live'

Live Blogging: Wohnungs-Makeover

Cypress Hill sez: „Greenhouse effect“ („Dr. Greenthumb“, IV, 1998, Ruffhouse/Columbia Records)

Johanna sez:

Der Lenz ist da! Und man kennt das ja, schon kribbelt es in den Fingern, man wird ganz unruhig. Etwas muss sich ändern. Alles neu macht der Mai! Nun ist ja erst April, aber sei es drum. Ich streiche heute meine Wohnung grün, denn grün ist die Farbe der Saison. Und ihr könnt live in Wort und Bild dabei sein!

Kaffee

07:48 2. große Tasse Kaffee, nur noch ein Paar Schlückchen bis zum Koffein-Flash, Farbauswahl kontrollieren, checken wann der Baumarkt öffnet

07:58 Bauhaus öffnet erst um 9!

08:15 Selbst-Makeover: Zähneputzen

08:19 Regal ausräumen, habe zu viel Kram!

08:34 Wand Nr. 1 sieht schon mal wesentlich größer aus, so ganz leer.

Wand Nr. 108:40 Ab in den Baumarkt! Hüha Sancho mein kleines Poniiiee! (Zu viel Kaffee)

09:46 Wieder zu Hause. Anstrengend. Jetzt schon…

Maler-Outfit09:56 Im Maler-Dress. Es geht los!

10:06 Abkleben lutscht Schwänze in der Hölle! Sorry… Musik übrigens CD1 meiner neuen 10CD Motown Jubiläums Box, z. B. Temptations

10:14 Augenmaß ist das neue Abmessen!

10:32 Bekomme den Farbeimer nicht auf.

Erster Strich

10:36 Da gehen sie dahin – 2 Jahre orange Wände.

10:57 Kann nicht mehr. Habe ja auch schon etwa 1/10…

11:08 Motown CD2, z. B. Jimmy Ruffin

11:23 Bereits völlig eingesaut.

Dreck-Johanna11:33 Motivations-Tief

11:53 Hunger!

11:55 Liebe Jo, falls du das liest: Mach dir keine Sorgen, ich werde garantiert nicht fertig, bevor du kommst!

11:57 Wand Nr. 1 ist immerhin schon mal weiß. Zeit für Mittagspause.

12:17 Komm her du geiles Käsebrötchen!

Wand Nr. 1 in Weiß12:30 Also ich mache jetzt trotzdem erstmal mit Wand Nr. 2 weiter, dazu Motown CD3, z. B. Marvin Gaye

13:02 Ziehe voll durch!

13:09 70er Motown sind schon starker Tobak.

Wand Nr. 2 ist weiß13:30 Proudly presenting Wand Nr. 2 in weiß!

13:32 Vor Wand Nr. 3 steht ein prall gefülltes Exepedit… Da könnte ich jetzt einen starken Mann gebrauchen…

13:34 Selbst ist die Frau!

13:37 Ich bin soooo stark!

Grrrrreeeeen!13:41 And the best is yet to come! So grün. YEAH! Derweil Motown CD4, z. B. Stevie Wonder

14:06 Jetzt nölt hier nicht an der Farbe rum! Das wird ganz toll aussehen!

14:18 Letzte Wand geweißt. Nun nochmal schnell über Wand Nr. 1 rüber.

14:20 Doch erstmal Käffchen!

Chaos14:26 Zwischenzeitlich hat sich auch eine gewisse Unordnung eingeschlichen.

15:04 Uuuuh, jetzt wird’s gleich grün!

15:08 So, nun gibt es kein zurück mehr

15:19 AH! Das wird so geil!

15:39 Der Bio-Kaffee bringt es net.Wand Nr. 2 ist grün!Yeeeesssaa!

15:46 Und? Und? Und? Wie findet ihr es????

Hautkrankheit16:04 Kaputt.

16:08 Pause!

16:39 Meine Hände sehen echt interessant aus.

16:47 Argh, nun fleckt das! Muss man wohl nochmal rüber.

Fertig mit den Nerven!17:02 Werde nun so das Haus verlassen müssen. Voller Farbe und blöd guckend.

17:54 So, nun ist alles einmal grün. Nun nochmal drüber…

17:58 Schmerzen in Händen, Armen und Rücken. Mir wird schon ganz grün vor Augen.

18:08 Ich warte jetzt erstmal bis das Bier Jo kommt.

Wunderbare Assistenz18:55 Jo und das Bier sind da und ich muss endlich nicht mehr allein sein!

19:42 So, nun lassen wir das erstmal bis morgen trocknen und dann sehen wir weiter! D. h. dran bleiben, morgen gibt’s das Endergebnis in Bildern!

Live Love: Pete Philly & Perquisite

Pete Philly sez: „Geile Scheisse.“ (Pete Philly & Perquisite live @Lido, Berlin, 24.10.2008)

Johanna sez:

Wenn man erleben darf, wie Musik, die man liebt, live zu leben beginnt, ist das eigentlich immer großartig. Manchmal ist es sogar besonders großartig. Wenn man den Bass so im Bauch spürt, so dass jede Zelle zittert und man plötzlich ein breites Grinsen ins Gesicht gemeisselt hat, das gar nicht mehr verschwinden will.

So erging es mir gestern beim Konzert von Pete Philly und Perquisite im Lido in Berlin. Mit mir und dem Liebsten hatte sich dort noch eine relativ große Horde Halb-Indie-Halb-Hip-Hop-Hipster eingefunden, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat. Pete Philly begeisterte durch seine live doch überraschend guten Rapkünste, aber vorallem dadurch, dass er einfach die verdammt nochmal größte Rampensau ist, die ich seit langem erlebt habe. „Perq“ zog souverän die Fäden im Hintergrund und hat sich nicht zu letzt durch sein anrührendes Cello-Spiel das „isite“ redlich verdient. Dazu eine Band die vom Saxophon über die Querflöte bis zum Kontrabass alles gab.

Am Ende war sogar der eigentlich metal-liebende Liebste am hüpfen, springen und hüftenschwingen und kaufte sich doch tatsächlich das aktuelle Album „Mystery Repeats“ als LP.

Ganz große Live-Kunst oder um es mit Pete zu sagen: „Geile Scheisse.“

Note: Alle Hamburger sollten die beiden heute abend UNBEDINGT im Knust besuchen! Es lohnt sich

Die Bilder stammen von hier, dort könnt ihr auch reinhören oder über Myspace!

EDIT: Die gesamte Show findet ihr auch hier zum Nachempfinden! (Danke an Toke!)

Autumn Love: Pete Philly & Perquisite

Pete Philly and Perquisite sez: „If there’s anything good to say about me“ („Gratitude“, Remindstate, 2007, Anti/SPV)

Johanna sez:

Ja, Pete Philly & Perquisite waren schon meine Sommerliebe. Da ich die beiden aber für musikalisch ausgesprochen wertvoll und zudem für jede Jahreszeit geeignet halte, nun nochmal.

Als ich vor kurzem durch die Dubliner Innenstadt flanierte. Betrat ich genau einen einzigen Plattenladen. Eigentlich eine Verschwendung, denn in Dublin gibt es Plattenläden wie hier in unserer schönen Hauptstadt Dönerbuden, doch ich hatte bereits Geld in Schuhe und anderen Plunder investiert. So war es ein großer Zufall und wie sich zeigen sollte eine überaus glückliche Fügung, dass ich in eben jenem Geschäft, das Pete Philly & Perquisite Remix-Album „Remindstate“ fand. Ich hatte bislang gar nicht gewusst, dass es von dem Erstlingswerk der beiden Holländer „Mind.State“ auch eine Remixversion gibt.

Auf „Remindstate“ lässt sich Perquisite bei den Beats mal wieder so richtig schön gehen. Petes Lyrics sind sicher raptechnisch nicht allzu anspruchsvoll, aber dafür kann der Junge auch recht ordentlich singen. Hiermit möchte ich euch also „Remindstate“ neben „Mind.State“ und nicht zu letzt dem wunderbaren Album „Mystery Repeats„, das ich nach wie vor liebe, ans Herz legen.

Wer die beiden live sehen möchte kann dies kommenden Freitag (24.10.) in Berlin, im Lido (wo ich natürlich auch anwesend sein werde). Weitere Tourdaten findet ihr hier.

Reinhören hier oder über Myspace!

Er und seine Maske

Sido sez: „Ich würd ja gern noch einen trinken, aber Mama sieht heute zu.“ (Live, @Berlin Postbahnhof, 2008)

Johanna sez:

„Sag mal Jo, wollen wir nicht zu Sido?“ „Hab ich auch schon überlegt, aber ich fürchte da sind nur ganz komische Leute, Jo.“ „Hab ich auch schon gedacht, aber wär bestimmt trotzdem witzig.“ „Glaub ich auch!“

Gesagt und Karten gekauft. So mischten wir uns vergangenen Sonntag aus Rücksicht auf meine lädierte Backe relativ bühnenfern unter das überraschend durchschnittliche und teilweise erschreckend junge Sido-Fan-Publikum. Immerhin befanden wir uns noch knapp vor der neugierigen Medienmeute*, die wieder einmal souverän das hintere Viertel des ausverkauften Postbahnhofs besetzte.

Vor der Show wurden wir bereits mit einem Best of Aggro-Mix verwöhnt, der die Masse zum Brodeln brachte, die extrem textsicher mit dabei war, was mir mal wieder klar machte, dass da ein ganz ordentliches Stück deutschen Hip-Hops an mir vorbei gezogen ist. Ob ich das allerdings, jemals nachholen möchte, lassen wir mal dahin gestellt.

Nach einem Intro, das seinesgleich sucht, war es dann soweit – der Maskenmann (ohne Maske) live! Sido legte eine gut zweistündige, extrem professionelle und unterhaltsame Show hin. Unterstützt wurde er dabei neben DJ auch von einem Schlagzeuger und einem Bassisten. Außerdem partizipierten Alpha Gun, B-Tight, Kitty Kat (mit bizarrer Katzenmaske), der unvermeidliche Harris und tatsächlich Popsternchen und Sido-Herzblatt Doreen.

Nachdem das reguläre Set besinnlich mit Sidos Liebeserklärung an seinen Sohn „Ein Teil von mir“ endete, kommentierte Jo: „Es ist eine Gradwanderung zwischen Ironie und Wahrheit.“ Und wie um das zu unterstreichen, gab es als Zugabe eine Liebeserklärung der ganz anderen Art mit „Sarah“ und gleich zweifach den A…uauauaua-Song**.

Und so kann man abschließend wohl nur sagen, dass obwohl das Konzert u.a. von der BRAVO Hip Hop präsentiert wurde, obwohl auf Sidos Frage, ob denn auch jemand aus dem Märkischen Viertel da sei, kaum etwas zu hören war, obwohl Sido älter und irgendwie wohl auch ein kleines bißchen erwachsener geworden ist, bleibt er dennoch einfach Sido. Und das macht live in erster Linie ziemlich viel Spass!

*Was ist das nur mit Berlin? Die Schlange an der Gästeliste war schon wieder länger als am regulären Einlass. **zensiert

Hinter der Kuh

Hans-Peter sez: „Last night my little dancer, came dancing to my door. (…) With a rebel yell, she cried More! More! More!“ („Rebel yell“, Our happy hardcore, 1996, Edel, Original: Billy Idol, 1984)

Johanna sez:

Kürzlich übermannte mich die Erkenntnis, dass es mit dem Hip Hop doch alles nicht so das Wahre ist und ich beschloss Techno-Fan zu werden. Zur Einstimmung erschien mir der Besuch eines Scooter-Konzerts passend. Nun gut, tatsächlich war es so, dass der Liebste aufgrund gradezu heldenhaften Einsatzes einen Gästelistenplatz fürs Scooter Open Air in der Zitadelle ergaunert hatte. Leider war er selbst nicht abkömmlich, so dass ich spontan in die Bresche sprang.

Bereits auf der Bahnfahrt Richtung Spandau, wurde mir klar, dass dies kein normales Konzert werden würde, als ich das mir gegenüber sitzende Paar beobachtete, die beide ein Scooter-Shirt mit der Aufschrift „Lass uns tanzen oder ficken oder beides“ trugen (dieses texterische Meisterwerk sollte ich den Abend über noch häufiger zu Gesicht bekommen). Zudem hatte er eine Tatoowierung auf dem Unterarm: „SCOOTER Always Hardcore“!

In der historischen Umgebung der Zitadelle angekommen, überbrückte ich die anfallende Wartezeit damit das ein oder andere Bierchen zu genießen und das Publikum genauer unter die Lupe zu nehmen. Versammelt waren sämtliche Alterklassen von 10 bis 70. Harz-IV-Epfänger, Bauarbeiter, Friseusen Seite an Seite vereint mit Bürokauffrauen, Akademikern und Beamten. Hardcore-Fans mit Scooter-Shirts und H.P.-Frisur und ganz normal erscheinende Leute wie ich. Aus ganz Europa waren sie angereist!

Die erste Vorband um Frontfrau Sarah Walker gab sich zwar große Mühe, aber irgendwie wollte der Funken nicht so Recht auf die wartende Masse überspringen. Derweil rutschte ich irgendwie in eine Unterhaltung mit dem zahnlosen, zugedrogten Frank, der mir erklärte, dass ich unbedingt am 01.09. zu Schiller gehen müsste. Äh, eher nicht Frank. Frauenarzt schaffte es dank dem ausgesprochen niedrigem Anspruch seiner Atzenmusik dann doch noch das Publikum zu begeistern.

Inzwischen hatte ich mich auch vor der Bühne im guten Mittelfeld positioniert und es war langsam deutlich zu spüren, dass die allgemeine Anspannung parallel mit dem Alkoholspiegel anstieg. Die „Dö, dö, dö, dödö, dödödö, dö, dö, dö, dödö, dödödö“-Rufe wurden deutlich lauter und dann irgendwann war es endlich so weit! Es begann alles schon mal sehr 90er mäßig mit einem 5 minütigen Lasershow-Intro, dass man heute sicher auch nicht mehr so häufig sieht. Gott sei dank habe ich nicht mein Augenlicht verloren und konnte so den Rest des Spektakels ungehindert genießen. Das war vielleicht was! Hans-Peter rockte 1 1/2 Stunden die Massen! An Pyro-Show wurde nicht gespart. Fast alle großen Hits wurden ausgepackt und bei Scooter kann man ja auch immer gut mitsingen auch wenn man nur eine Textzeile kennt (mehr gibt es ja selten). Ich weiß nicht, ob es am 3., 4. oder sonstwievielten Bier lag oder an der reizenden Gesellschaft meiner Tanzkumpanen, aber es war einfach großartig! Selten habe ich bei einem Konzert so viele Menschen so glücklich und ausgelassen herumspringen und feiern gesehen!

Zusammenfassend kann man es einfach nicht beschreiben. Das glaubt einem ja ohnehin niemand, im Nachhinein kann ich es mir ja auch nicht mehr erklären. Das muss man erlebt haben!

Nächste Auftritte: 08.08. Bonn, 14., 15.08. New York, 16.08. Hartford, Connecticut, 23.08. Herford


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