Salt’n Pepa sez:„Oooo what a man, what a man.“ („Whatta man“, Very neccessary, 1993, Next Plateau/London)
Johanna sez:
Nachdem mir Sin City tagelang schlaflos Nächte bereitet hatte und ich vermutlich nie wieder einen Film mit Elijah Wood werde sehen können, gab es für mich dennoch einen guten Grund mir „The Spirit“ anzuschauen. Viel mehr wurden es denn allerdings auch nicht, wie sich im Verlauf des Filmes herausstellen sollte.
Bereits nach 10 Minuten stellte ich für mich fest, dass dies wohl eher ein Werk werden würde, über das man hinterher immerhin noch sagen könnte: „Naja, also die Bilder waren schon schön.“ Die endlosen Monologe des Spirits (Gabriel Macht), in denen er seine schier unendliche Liebe zu seiner Stadt zum Ausdruck brachte (objektsexuell?), wurden schnell lästig. Und auch ansonsten fehlte dem mehr als leicht vertrottelten Helden dann doch zu oft der gewisse Schuss Selbstironie. (Hätte er sich wenigsten noch öfter des Oberhemds entledigt…)
Großartig skurill und surreal dagegen Samuel L. Jackson als Octopus! Die Nazi-Zahnarzt-Szene war sicher das absurd komischste, was ich seit langem gesehen habe. Auch Scarlett Johannson überzeugt als freaky Silken Floss und das obwohl ich sie nachdem sie angefangen hatte zu singen wie eine gequälte Katze eigentlich gar nicht mehr sexy fand.
Die fade und vorhersehbare Handlung ist an sich nicht der Rede wert und bleibt deshalb hier unerwähnt, aber die Bilder kann man sich ruhig mal angucken, denn die waren schon schön…
Tito and Tarantula sez: „It’s a dark night.“ („Dark Night“, From Dusk Till Dawn OST, 2004, Epc/Sony BMG)
Johanna sez:
Wie an anderer Stelle nachzulesen, habe ich bereits seit meiner Kindheit ein Faible für Batman (bzw. Robin…). Wobei ich mich unter hartgesottenen Fans (und allerdings auch allen anderen) immer an der Stelle total disqualifiziere, an der ich zugebe, dass mein Lieblings-Batman-Film der mit George Clooney und Chris O’Donnell („Batman & Robin“)ist, weil der so schön bunt ist. Farbe ist ja ein eher ungern gesehenes Ausstattungmerkmal in Batman-Filmen. Trotzdem fand ich Christian Bale im letzten Batman („Batman begins“) auch ganz lecker einen ausgezeichneten Batman-Darsteller, so dass ich mich gerne bereit erklärte den Liebsten zur Preview von „Dark Knight“ zu begleiten
Vorher schon viel gutes und auch etwas schlechtes gehört, saß ich also relativ entspannt in meinem Kinosessel und freute mich auf 150 Minuten Action-Unterhaltung. In dieser Hinsicht hatte der Film auch wirklich so einiges zu bieten. Vor extrem dunkler Kulisse wurde geballert, gebombt und in die Luft gejagt, dass das Kino vibrierte.
Nachdem ich Heath Ledger eine halbe Stunde beim züngeln als Joker zugesehen hatte, wuchs in mir das permanente Bedürfnis in meiner Tasche nach einem Labello zu wühlen. Ansonsten bin ich aber der Meinung, dass er einen durchaus gelungenen Bösewicht abgab. Die Tatsache, dass Ledger inzwischen tot ist, hinterließ zu mindest bei mir (der Liebste wurde davon irgendwie nicht berührt) allerdings schon ein merkwürdig nachdenkliches Gefühl.
So insgesamt hätte man sich vielleicht die ein oder andere Szene sparen können. Ebenso hätte man darauf verzichten sollen, die in den USA wohl aber unvermeidliche Terroristen-Schiene zu fahren. Ab Mittes des Films stellte ich denn auch fest, dass ich anfing, den Anfang zu vergessen. Ich driftete Gedanklich etwas ab und philosophierte eine Weile darüber, ob Bruce Wayne als Batman wohl so komisch spricht, weil ihm sein Kostüm am Hals zu eng ist.
Wo man sich doch ansonsten im Film so viel Zeit gelassen hatte, kam dann die Entwicklung des heldenhaften Staatsanwalts mit der weißen Weste zum nach Rache dürstenden Two Face etwas plötzlich und an den Haaren herbeigezogen daher. Dieser hätte übrigens für meinen Geschmack auch gerne einmal weniger bedeutungsschwanger die Münze werfen können, dann hätte man sicher auch noch die ein oder andere Drehminute gespart.
Highlight zum Schluss: Das soziale Schiffeversenken, das wohl den Glauben an die Menschenheit dann doch in Teilen zurückbringen sollte. (Das wäre doch mal eine tolle Idee für ein neues RTL-Format „Entern oder Sprengen“.) Danach wurde dann ja doch alles mehr oder weniger gut und Batman konnte einen recht pathetischen Abgang als von nun an staatsgewaltlich verfolgter „Dark Knight“ in die Dunkelheit hinlegen.
„Dark Knight“ ist mit Sicherheit sehr gute, düstere Batman-Unterhaltung, die man sich wenn dann unbedingt im Kino anschauen sollte. Allerdings sind 150 Minuten auch mit kurzweiliger Action-Show noch ziemlich lang.
Kylie Minogue sez: „I should be so lucky, lucky, lucky“ („I should be so lucky“, Kylie, 1988, PWL/Mushroom)
Johanna sez:
Normalerweise gehe ich ja mit meiner lieben Freundin Mona ins Kino und wir sehen französische Filme ohne Untertitel. Doch kürzlich war mir nach etwas leichterer Kost: Happy-Go-Lucky von Mike Leigh.
Die ersten 5 Minuten des Films ließen mich Schlimmstes befürchten. Sally Hayes, die für die Hauptrolle der Grundschullehrerin Poppy einen silbernen Bären bei der Berlinale abräumte, turnte aufgedreht wie ein Kleinkind mit ADHS, dass sein Ritalin nicht bekommen hat und angezogen wie eine 12 Jährige mit 68er-Eltern durch die Londoner Innenstadt. Penetrante gute Laune hat mir schon immer die Stimmung verhagelt.
Zum Glück fing sich Poppy (zu mindest ein fraglicher Spitzname für eine 30 Jährige) ab und an, so dass der Film gelegentlich auch mit ruhigeren Momenten aufwarten konnte, die dann sogar richtig schön waren. Happy-Go-Lucky zeichnet sich nicht durch eine besonders fesselnde Handlung aus, sondern zeigt mehr einzelne Episoden aus Poppys Leben. Ein besonderes Highlight: Die Fahrstunden mit dem mehr als leicht neurotischen Fahrlehrer Scott („Enrahah!“ werde ich so schnell nicht vergessen)
Weltklasse-Fazit: Kann man sich gut ansehen, muss man aber auch nicht unbedingt.
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