Archiv der Kategorie 'Aber Anna'

Stramme Speedo

Seeed sez: „Jeder kleine Step ist der reine Stress, is zwar’n geiler Dress, aber reingepresst das is schon’n krasses Handycap.“ („Tight Pants“, Next!, 2005, Downbeat/Warner)

Johanna sez:

Zwischen Svens Schenkeln schlingerte nichts. Seine brandneue Badehose saß wie eine zweite Haut, als er stolz den Pool der Club-Oase auf Gran Canaria umrundete. Wochenlang hatte sich Sven im Fitnessstudio gequält, um seinen Körper in Urlaubsform zu bringen. Das sollte man nun auch sehen.

Stramme Speedos ©flickr/Alan Light

Sein Solariumsteint bekam nun dank reichlich Tiroler Nussöl den letzten Schliff. Die stramme Speedo strahlte im Kontrast zu Svens orange-braun glänzender Haut. Er könne das Tragen hatte die Verkäuferin, die ihr Namensschild als Frau Ingelbraun auswies, gesagt, während sie ihren lüsternen Blick zwischen Svens Beinen hatte ruhen lassen. Sven hatte sich vorm Spiegel gedreht und ein bißchen mit den Brustmuskeln gespielt, was Frau Ingelbraun ein verzücktes Kichern entlockte.

Nun konnte er hier am Pool unter der mediterranen Sonne die bewundernden Blicke der weiblichen und die neidischen der männlichen Badegäste im Schritt spüren, hielt einen Moment inne und strich sich die gegelten Haare nach hinten. Nur Anna aus dem Nachbarzimmer würdigte ihn keines Blickes als sie frug: „Na, haste deine Eier auf’m Zimmer gelassen, Sven?“ Aber Anna, die hörte ja auch Hip Hop.

Hingucker

Kelis says: „I need attention from you.“ („Attention“, Tasty, 2003, Virgin UK/EMI)

Johanna sez:

An Bärbels Busen ziepte es etwas. Wer hätte gedacht, dass das doppelseitige Klebeband mit dem sie den Wasserfallausschnitt ihres nagelneuen Tops an ihrem nicht mehr ganz so straffen Brüsten befestigt hatte, so schwer zu lösen sein würde. Gut, Bärbel hatte gleich ein paar Streifen mehr benutzt, um auch dem Dekollté etwas mehr Form zu geben. Mit Mitte 50 hatte die Schwerkraft bei Bärbel ihre Spuren hinterlassen.

Dennoch Aufsehen hatte sie erregt bei der abendlichen Betriebsfeier, als sie den Raum betreten hatte, die frei wogende Brust nur mit einem Hauch goldglänzendem Stoff bedeckt, der nur im Nacken gebunden war und so auch den Blick auf ihren selbstbräuner-orangegefärbten Rücken freigab.“Ein Hiiiiengucker!!“ hatte Bärbels beste Freundin Angelika gejubelt, als diese ihr das neue Outfit präsentierte. Und damit hatte Angelika recht behalten.

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Neugierige, oder wie sie fand bewundernde, Blicke hatten sie durch den Raum verfolgt. Simon, der neue Jungspund in der Firma, war ihr am kalten Büffet zwischen den Gewürzgurken und den Lachsschnittchen fast ins Dekollté gefallen und der Geschäftsführer persönlich hatte sie zum Tanz aufgefordert. Seinen lüsternen Blicken, die sich sofort auf ihren Ausschnitt geheftet hatten, folgte eine kleine Schweißperle, die ihm von der Oberlippe direkt auf Bärbels faltigen Busen tropfte und sie kitzelte, so dass sie ein bißchen Kichern musste.

Vergnügt summte Bärbel vor sich hin, als sie sich und ihre wippende Brüste leicht beschwipst in den 3. Stock des Mehrfamilienhauses hinaufschleppte. Da kam ihr Anna aus der Nachbarwohnung entgegen. „Na, ordentliche Einnahmen gehabt heute Nacht.“ lächelte Anna anzüglich. Aber Anna, die hörte ja auch Hip Hop…

Rosé

Beginner sez: „Eure Style-Rechnung ist nicht aufgegangen, wir kommen pfänden gehen!“ („Nie Nett“ (Sleepwalker Rmx), Boombule, 2000, Universal)

Johanna sez:

Simon kratzte es im Nacken. Das Etikett seines neuen Designer-Hemds piekste unangenehm. Rosa war das Hemd. Oder „Rosé“, wie Simons neue Freundin Verena sagte.

Zusammen mit Verena hatte er es in einer Boutique in Bielefeld gekauft. Dazu hatte die Boutiquen-Besitzerin Tatjana ihnen einen Prosecco spendiert. Oder „Prosetschio“, wie Verena sagte. Man kannte sich. Verena kaufte hier regelmäßig. „Kein Lachs und um-Gottes-Willen kein apricot! Eher ein schönes rosé“, hatte sie resolut gefordert.

Während Simon sich so in rosé in der Umkleidekabine betrachtete, stach ihm besonders seine sonnenverbrannte Nase ins Auge. Tags zuvor war er mit Verena im Solarium gewesen. Etwas Teint stünde ihm gut, hatte sie gesagt.

Als Simon die Kabine verließ, klatschte Verena begeistert in die Hände und Tatjana konstatierte „Toohoodschick!“ Also legte Simon die 150 Euro auf den Tisch. Rosé – wieso nicht?! Man musste ja mal mit der Mode gehen.

Am nächsten Tag trug er seine neue Errungenschaft zur Arbeit. Birgit aus der Buchhaltung war begeistert und Gerd aus der Chefetage lud ihn auf bald zu einer Partie Golf ein. Rosé – ein voller Erfolg.

Nur Simons kleine Schwester Anna sagte, er sehe aus wie ein Knallbonbon.

Aber Anna, die hörte ja auch Hip Hop…

(Bild und Shirt von zazzle)

Ultra Slim Stretch

Eins Zwo sez: „Deine Freundin macht es wahnsinnig, wo meine Buchse hängt.“ („Hand auf’s Herz“, Gefährliches Halbwissen, 1999, Yo Mama/Sony BMG)

Johanna sez:

Frank trug seine neue Jeans ein und es zwickte ihn ganz gewaltig im Schritt. Die „Ultra Slim Stretch“ hatte er vor kurzem mit seinem besten Freund Steffen im H&M in Bielefeld gekauft. Steffen kannte sich mit Mode aus. Danach waren sie zum Killers-Konzert gegangen. Leider waren sie hier mehr nur „Human“ denn „Dancer“, zumal Steffen befürchtete sein Hose, die er zuzvor aus dem Kleiderschrank seiner kleinen Schwester Jaqueline geborgt hatte, könne am Steiss reissen.

Franks Mutter und Großmutter begrüssten ebenso wie Steffen seine modische Verwandlung. „Endlich mal nicht mehr diese weiten Hosen, Junge.“ „Ordentlich siehst du aus.“ „Jetzt noch eine flotte Frisur. Ein schöner Kurzhaarschnitt.“

tight-pants

Einzig Franks große Liebe Anna, konnte „Ultra Slim Stretch“ offenbar nicht viel abgewinnen. Frank hatte bemerkt, dass sie ihm seltener auf den nun prall die enge Hosen füllenden Po starrte. Auch mit dem Sex war Schluss nachdem Frank die Boxershorts gegen einen Stringtanga getauscht hatte, da sich dieser unter „Ultra Slim Stretch“ Jeans nicht so abzeichnete.

Aber Anna, die hörte ja auch Hip Hop…


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