Archiv für August 2008

Yo Afrob, was geht ab?!

Ferris MC sez: „Yo Afrob, was geht ab?!“ („Reimemonster“, Rolle mit Hip Hop, 2004, Four Musig/Sony BMG)

Johanna sez:

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende nicht bloggen, sondern weitestgehend Internet-frei entspannen. Doch dann sah ich eben auf VIVA das:

Es handelt sich um den neuen Titelsong zur RTL-Serie Cobra 11. Mehr möchte ich dazu eigentlich gar nicht sagen.

Kinderkram

Die Ärzte sez: „Und du warst so ein süßes Kind.“ („Junge“, Jazz ist anders, 2007, Hot Action/Universal)

Johanna sez:

An anderer Stelle war ja bereits zu sehen, was für ein zauberhaftes und so fotogenes Baby ich war, daher nun hier der Beweis, das ich mich auch mit 1 1/2 Jahren noch sehen lassen konnte. Zu meinem Erscheinungsbild 25 Jahre später, möchte ich zu bedenken geben, dass ich 1983 noch nicht im Doktorandenarbeitslager an der Charité beschäftigt war. Dafür habe ich jetzt schönere Zähne!

Und wo wir schon dabei sind. Für den leider sehr unwahrscheinlichen Fall, dass es zu einer Paarung meinerseits mit Justin Timberlake kommen würde, würde daraus dieser Sprössling hervorgehen:

Uuuuargh! Der sieht ja aus wie Genscher! Und auch der nächste Versuch macht deutlich, dass es wohl an mir liegen muss.

(Idee zu Youngme Nowme kommt von hier über den MC. Und MakeMeBabies auch. Also von da.)

Plattenkritik: The Game – L.A.X.

The Game sez: „California ani’t a state it’s a army.“ („State of Emergency“, LAX, 2008, Interscope/Universal)

Johanna sez:

Eigentlich war ich bislang kein großer Fan von Game, da er für mich immer einer der etwas all zu harten Knaben, die zum Lachen ganz, ganz weiten hinten in den Keller gehen, war. Doch da die finanzielle Talfahrt der letzten Zeit kürzlich ausgebremst wurde, war es endlich mal wieder Zeit für eine neue Platte und da L.A.X. letzten Freitag erschien, dachte ich mir, warum nicht einen Versuch wagen.

L.A.X. ist Games drittes Album und wurde trotz langem hin und her nicht von seinem einstigem Mentor Dr. Dre produziert. Mitgemischt haben hier u. a. Scott Storch, J. R. Rotem, Cool & Dre und bei „Angels“ sogar Kanye West. Die Liste der Features ist unglaublich lang. Kaum ein Track, den Game allein bestreitet, so geben sich beispielsweise Common, Ludacriss, Lil’ Wayne, Ne-Yo, Kesyhia Cole, Icecube, Raekwon, Nas und einige mehr das Mikro in die Hand.

Die Beats sind in ihrer Grundstruktur monoton und schlicht, wobei häufig gewöhnungsbedürftige 80er Synthesizer-Sounds eingestreut werden. The Game rappt, wie bei Songtiteln wie „State of Emergency“ und „Bulletproof Diaries“ zu erwarten, überwiegend über den harten Gangsta-Alltag der Strassen L.A.s. Dabei verwickelt er sich mitunter in ungünstige Schüttelreime, wie beispielsweise „I come from the bottom and they call me „the game“, but i’m just happy that Beyoncé knows my name.“ („Ya heard“ feat. Ludacris).

Highlights des Albums sind für mich eindeutig das etwas entspanntere „My Life“ mit Lil’ Wayne, „Cali Sunshine“ mit Bilal, dass an sonnigere Tage im Westcoast-Hip-Hop erinnert und das aggressive „House of Pain“, einer der wenigen Tracks durch die sich The Game alleine schlägt. Bei „Gentleman’s Affair“ nervt mich allerdings Ne-Yos R’n B Gejaule zu sehr und den Gentleman werde ich Game einfach nie abkaufen.

L.A.X. schafft es irgendwie stumpf, monoton und abwechslungsreich zugleich zu sein und gewinnt mit mehrmaligem Hören nach und nach immer mehr meine Gunst. Wer sich also gerne mal auf ein wenig dreckigen Gangsta-Rap einlassen möchte, kann es mit L.A.X. versuchen. Alle anderen sollten lieber die Finger davon lassen.

Was sich The Game allerdings bezüglich es Covers gedacht hat, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben.

In your face!

Beatsteaks sez: „After you laid off your medication. I feel hungover, cut the connection. I got no reason to communicate.“ („Ain’t complainig“, Smacksmash, 2005, Epitaph/Warner) *

Melissa Fruitkiss sez:

Auf Wunsch einer lieben Freundin hin, habe ich mich vor einer Weile bei Facebook angemeldet. Eigentlich brauchte ich ja nicht noch mehr web 2.0 auf meiner Liste, doch hatte ich sie zuvor genötigt, sich bei twitter anzumelden und war somit im Zugzwang. Zeit für ein Resumee:

Nach etwa 8 Wochen Facebook, habe ich sage und schreibe 10 11 (seit gestern, da Markus Kavka zugestimmt hat, sind wir ab jetzt auch befreundet) „Freunde“. In Facebook-Maßstäben bin ich damit ein vollkommener Sozialkrüppel. Nun haben wir ja aber alle bereits beim meinVZ (formally known as studiVZ) gerlernt, dass „Freunde“ gar nichts mit Freunden zu tun haben. So sind 90% meiner meinVZ-“Freunde“ Menschen mit denen ich mir schon während der Schulzeit nichts zu sagen hatte. Trotzdem 11 „Freunde“ sind zwar eine Fussballmannschaft, dennoch wirklich deprimierend wenig auch wenn sie teilweise prominent sind. Leider haben die meisten meiner Freunde nach meinVZ ihre web 2.0 Karriere an den Nagel gehängt und Bekanntschaften in Übersee habe ich eigentlich nicht.

Doch das Sammeln von „Freunden“ ist ja längst nicht alles, was Facebook einem zu bieten hat. Was dem meinVZ die ach-so-lustig-betitelten Gruppen, sind dem Facebook die Anwendungen (wieso es dafür keine neudeutsches Wort gibt, ist mir ein Rätsel). Selbstdarstellung braucht schließlich einen geeigneten Rahmen.

Die erste Anwendung, die mir ins Auge fiel, war „Friends for Sale!“. „Buy and sell your friends as pets!“ Menschenhandel, goes web 2.0? Nun gut 11 „Freunde“ sind vielleicht nicht die Welt, aber deswegen gleich welche kaufen. So verzweifelt bin ich Gott sei dank bis heute nicht.

Überrascht war ich auch, als ich plötzlich ein Bier geschenkt bekam. Das war natürlich nett, aber leider saß ich trotzdem zu Hause noch auf dem trockenen. Desweiteren erfuhr ich in der darauffolgenden Zeit, dass mein Strippername „Melissa Fruitkiss“ ist und bestimmte mit dem „Stuff white people like“-Test, dass ich offiziell nicht weißer Hautfarbe bin. Eine Information, die ich weder bestätigen kann (ich meide direktes Sonnenlicht und verlasse aus Angst vor Falten nur mit LSF 30 das Haus), noch bin ich mir klar über ihre Aussagekraft.

Mit Hilfe des „Travel Brains“ bestimmte ich, dass ich sage und schreibe 2 % der Welt bereits bereist hatte. Nun gut, ich würde mich auch nicht grade als übermäßigen Weltenbummler bezeichnen, allerdings hatte ich bis dahin dennoch irgendwie angenommen, schon ein wenig rumgekommen zu sein. Aber 2 %?! Dass mein Besuch in Bielefeld nicht grade die ausschlaggebende Fläche beigetragen hatte, war ja klar, aber immerhin hatte ich Niesgrau eingegeben einen beschaulichen Ort bereits halb in Dänemark, an dem ich 2 Monate zu einem Praktikum gestrandet war. Das hätte man mir doch hoch anrechnen müssen!

Doch es sollte noch viel schlimmer kommen: Der „Advanced Personality Test“! Nachdem ich mich einige Minuten durch nie enden wollende Fragen gequält hatte, sah ich das ernüchternde Ergebnis vor mir. Dass ich in puncto „Indie“, „Religious“ und „Artistic“ extremst schlecht abgeschnitten hatte, war für mich ja noch zu erwarten gewesen. Dass ich allerdings derartig viele Punkte bei „Need to dominate“, „Materialsm“ und „Conflict seeking“ erreichte, erschreckte mich dann aber doch schon etwas. Die schönsten Stellen der Gesamtauswertung: „you enjoy a little bit of violence, discord, and trouble making“, „not very romantic, eh?“, „Maybe you should consider caring more about the world you live in“.

So gesehen wundert es mich, dass ich überhaupt 11 „Freunde“ habe.

*Ich hoffe ihr verzeiht mir, dass das Zitat aus aktuellem Anlass heute mal nichts mit dem Inhalt den Post zu tun hat, sondern sich auf die kürzlich hier veröffentlichten Kommentare bezieht.

Heyo, guess who’s back!

Captain Jack sez: „Bring me back to the railroad track“ („Captain Jack“, The Mission, 1996, Electrola/EMI)

Johanna sez:

Gestern abend sportelte ich auf dem Laufband herum (was nach dem Wochenende bitter nötig war) und beobachtete während dessen wie immer die vor mir aufgereihten Fernsehgeräte. „Huch!“ dachte ich plötzlich: „Pornos im Vorabendprogramm?“ Normalerweise werden diese doch wenigstens als Bademoden-Tests getarnt. Dann erkannte ich den Sender: VIVA. Das neue Video der Pussy Cat Dolls? Nein, es war das neue Captain Jack Video!

„Captain Jack?“ wird jetzt der ein oder andere denken. War da nicht was? Ja, da war was. Der eigentliche Captain Jack Frontmann Franky Gee starb 2005 an einer plötzlichen Hirnblutung. Und nun von den Toten auferstanden? Natürlich nicht! Franky wurde durch Bruce Lacy ersetzt. Nun ist das bei solchen Combos ja schon immer gängige Praxis gewesen, doch hier wurde mitsamt dem verstorbenen Captain auch gleich der ganze Sound ausgetauscht. Captain Jack klingen jetzt mit „Turkish Bazar“ derart übelst trashig schlecht, dass sich vermutlich sogar Franky Gee, der ja auch nicht grade mit musikalischen Meisterleistungen bekannt wurde, im Grabe umdreht. Doch seht selbst:

Hier zur Erinnerung Moppel-“Drill Instructor“ im Tabeldancer-Bootcamp

Und nun hier und der neue Captain Jack als Zuhälter auf dem türkischen Bazar

Edit: Dank Hinweisen von Herrn Schoss (die ich leider total übersah), sei hier nochmal darauf hingewiesen, was aus der besseren Hälfte des alten Captain Jack Duos Liza da Costa geworden ist: Nachzulesen bei FrauvonWelt.

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