Archiv für 15. Juni 2008

Wenn’s sche macht!

Justin Timberlake sez: „Don’t need no Maybelline, ’cause you’re a beauty queen“ („Damn Girl“, Futersex/Lovesounds, 2006, Zomba/Sony BMG)

Johanna sez:

Als wir, vorbildliche Umweltfreunde, die wir sind , uns vor kurzem aufmachen wollten, um unser Leergut zu entsorgen, fand wir die oben abgelichtete Flasche deren Herkunft wir uns nicht erklären konnten.

Da ich als Frau ein gewisses Faible für neue, hübsch designte Produkte habe, nahm ich das ganze genauer unter die Lupe. Es handelt sich offenbar um ein Saftgetränk aus dem Hause Daniele de Winter Monaco, INSIDEOUT beauty und trägt den klangvollen Namen „SHOTBEAUTÉ 1″, Untertitel „Drink yourself beautiful!“. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, enthält es unter anderem Grünen Tee, Coenzym Q10 und Traubenkernextrakt. Ein Blick aufs Preisschild verriet mir, dass es aus der Galerie Lafayette stammt und stolze 6,40 Euro gekostet hat!! (Weiteres erschütterndes Detail: Unter dem 6,40 Euro Preisschild befand sich ein 8 Euro Preisschild, offenbar war das Schönheitselexier bereits runtergesetzt.)

Folgende Fragen drängen sich mir auf: Wer kauft eine Flasche Saft (geschätzer Inhalt: 200ml) für 6 Euro 40? Wer hält es für eine sinnvolle Idee Saft für 6 Euro 40 zu verkaufen? Glauben Menschen wirklich dass sie von 6-Euro-40-Saft schön werden? Gibt es auch SHOTBEAUTÉ 2 oder 3?

Also wer immer diese Flasche in unseren Haushalt geschleppt hat, bitte melden!

Großstadtwestern

The Herbaliser sez: „It’s just a season of my mind“ („Stranded on earth“, Same as it never was, 2008, K7/Alive)

Johanna sez:

Ich radele an einem ruhigen Sonntagmorgen durch die fast leeren Berliner Strassen und höre dazu Stranded on earth (klicken fürs track sample) von meiner frisch gekauften Herbaliser-Scheibe. Ein leichter Luftzug und plötzlich ist die Potsdamer Strasse ein Wild West Trail und mein 3-Gang-Damen-City-Bike wird zu Sancho, meinem eigenwilligen, aber dennoch treuen, zotteligen Pony. Sancho und ich traben gemächlich durch die Großstadtprärie. Keine Menschenseele weit und breit. Wir kommen durch ein kleines Waldstück. Die Bäume spenden kühlen, erfrischenden Schatten. Ab und an kreuzt ein verschrecktes Wild unseren Weg, ist aber immer auf und davon, so schnell es die Nike Airs tragen. An dem großen Tor, das einst die Grenze zum Wild Wild East markierte, geraten wir in eine Herde einfältiger Büffel. Ich merke wie Sancho nervös wird. Die vielen Büffel sind ihm nicht geheuer. Sie kreuzen unberechenbar immer wieder unseren Weg. Ein Juntgier gerät Sancho fast unter die Hufe. „Ruhig, Brauner.“ Wir überqueren den Rio de Spreio und der Wind zerzaust Sanchos Mähne und mein Haar. Als der Weg leicht abschüssig wird, lasse ich die Zügel locker und Sancho gallopiert der Sonne entgegen.


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